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Funktionsweise und Herkunft des Opferstock

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Wer eine Kirche besucht, wird nicht selten gebeten, ein paar Euro in die Kollekte zu legen. Hierbei handelt es sich um eine Geldsammlung für karitative oder kirchliche Zwecke. Speziell während des Gottesdienstes ist die Sammlung von Bargeld keine Seltenheit. Beispielsweise wird ein Klingelbeutel oder ein Körbchen durch die Reihen gereicht. Alternativ werfen die Gottesdienstbesucher ihre Spende in den Opferstock.

 

Warum wird in der Kirche Geld gesammelt?

 

Bereits im Alten Testament wird berichtet, dass während der Regierungszeit von König Joas der salomonische Tempel mithilfe von Geldspenden der Tempelbesucher ausgebessert wurde. Diese warfen die Münzen beim Verlassen des heiligen Ortes in eine Lade mit einem gebohrten Loch. Im Gegenzug unterließen es die Priester, Geld von den Verwandten der Spender einzusammeln. Auch in urchristlichen Gemeinden wurde für besondere Zwecke Geld eingesammelt. Ebenso brachte die Gemeinde Opfergaben. Diese wurden in Form eines Opfergangs zum Altar der Kirche oder des Tempels gebracht. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Spende von Naturalien durch die Kirchenmitglieder in ein Geldopfer um.

 

Mit dem Opferstock Gelder für die Kirche sammeln

 

Für die Kirchen sind Geldspenden durch die Besucher wichtig, um beispielsweise das Kirchengebäude oder den Altar zu reparieren. Ebenfalls können mit dem Geld neue Gesangsbücher angeschafft werden. Die Kollekte ist nicht mit der Kirchensteuer zu verwechseln. In Deutschland und Europa steigt die Zahl der Kirchenaustritte stetig an. Dementsprechend fallen auch die Geldsammlungen knapper aus. Über diese Entwicklung klagen katholische und evangelische Kirchen gleichermaßen. Zudem wurden in den vergangenen Jahren mehrere Kollekten gestohlen.

Ein Teller oder Körbchen, das unter den Kirchenbesuchern herumgereicht wird, kann leicht das Ziel von Dieben werden. Um einen Diebstahl der Spenden zu vermeiden, setzen zahlreiche Kirchen auf den Opferstock, auch Opferkasten genannt. Hierbei handelt es sich um einen robusten Behälter, der sich im Inneren oder an der Außenwand der Kirche befindet.

Früher trug dieser tresorähnliche Behälter auch den Namen „Gotteskasten“. Allerdings setzte sich der Begriff Opferstock in Deutschland durch. Dabei verweist der Wortteil „Stock“ auf den Ursprung des Sammelbehälters: Ursprünglich bestand dieser aus einem ausgehöhlten Baumstamm oder Stumpf. Inzwischen wird die Bezeichnung auch für Opferkästen aus anderen Materialien gebraucht. Die Mehrzahl der Opferstöcke in den Kirchen besteht heutzutage aus Metall oder einem hochwertigen Kunststein. Die kleinen Einwurf-Tresore sind in der Regel fest im Mauerwerk der Kirche verankert. Auch hierbei handelt es sich um einen Diebstahlschutz.

Historisch geht die Aufstellung eines Opferstocks angeblich auf Papst Innozenz III. hin. Dieser ordnete in einer Bulle die Finanzierung des Fünften Kreuzzugs durch die Gemeinden an. In der Bevölkerung stieß das Vorgehen auf Unmut. Viele Menschen befürchteten, die Kirche wolle sich auf diese Weise bereichern.

Befindet sich an einer Kirche ein Opferstock, wird in der heutigen Zeit zusätzlich die Kollekte abgehalten. Während das Geld im Gotteskasten für allgemeine Anliegen der Gemeinde oder einem langfristigen Sammelzweck wie

  • einer Kirchenrenovierung,
  • dem Bau einer Orgel oder
  • sozialen Projekten

dienen, kommen Kollekten einem bestimmten Zweck zugute. Worum es sich handelt, wird im Gottesdienst erklärt.

 

Wo können Opferkästen außerhalb der Kirche zum Einsatz kommen?

 

Außerhalb der Kirchen sind Opferstöcke kaum anzutreffen. Wer allerdings seine eigenen vier Wände neu einrichtet und einen außergewöhnlichen Blickfang braucht, kann den tresorähnlichen Kasten aufstellen. Häufiger dient die mobile Form der Modelle als unkomplizierte Spendensammlung bei wohltätigen Veranstaltungen.

Bildquellen: shutterstock.com/de von M. Schuppich

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